Hashimoto-Thyreoiditis – Symptome und Behandlung

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Autoimmun-Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis aufgrund gestörter Immunprozesses durch T-Lymphozyten

Bei Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Krankheit aus der Kategorie der Autoimmun-Erkrankungen. Es kommt zu einem körpereigenen Angriff auf das Gewebe der Schilddrüse. Das führt wiederum zu einer chronischen Entzündung, die sich letztendlich in einer Schilddrüsen-Unterfunktion auswirkt.

Da bei der Krankheit zunächst keine deutlichen Beschwerden auftreten, bleibt die Entzündung über einen längeren Zeitraum unbemerkt. Die zugehörige Therapie zielt auf die Behandlung der durch die Unterfunktion der Schilddrüse entstehenden Beschwerden ab.

Schilddrüse
Hashimoto-Thyreoiditis Hashimoto-Thyreoiditis
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Lokalisation der Entzündung und Bedeutung der Schilddrüse

Die Hashimoto-Thyreoiditis gehört zu den häufigsten Autoimmun-Erkrankungen. Die geschilderte Krankheit kommt überwiegend bei Frauen vor. Hashimoto-Thyreoiditis gilt als nicht heilbar. Dafür besteht die Möglichkeit, die auftretenden Symptome sehr gut zu behandeln.

Hashimoto-Thyreoiditis führt zu einer Entzündung der Schilddrüse. Bei der Schilddrüse handelt es sich um eine hormon-produzierende Drüse, die sich unterhalb des Kehlkopfes befindet. Die Drüse speichert Jod und versorgt den Körper mit den Hormonen Thyroxin, Trijodthyronin und Calcitonin. Thyroxin und Trijodthyronin gehören zu den sogenannten jodhaltigen Hormonen, welchen hinsichtlich des Zellwachstums und des Energiestoffwechsels eine entscheidende Rolle zukommt. Calcitonin unterstützt die Stabilität der Knochen, indem es Kalzium in die Knochen einbaut.

 

Namensgeber und Verlaufsformen der Autoimmunerkrankung

Als Namensgeber von Hashimoto-Thyreoiditis gilt der Japaner Hakaru Hashimoto. Der Arzt beschrieb die Krankheit zum ersten Mal im Jahr 1912. Streng genommen existieren jedoch zwei unterschiedliche Ausprägungen von Hashimoto-Thyreoiditis.

Die sogenannte „Hashimoto-Thyreoiditis im engeren Sinne“ beginnt mit einer Vergrößerung der Schilddrüse. Dagegen liegt bei der „Ord-Thyreoiditis“ eine Verkleinerung der Hormondrüse vor. Letztgenannte Ausprägung trägt ihren Namen nach dem Chirurgen William Miller Ord, welcher sich mit der verkleinerten Schilddrüse bereits 1878 befasste.

 

Allerdings unterscheiden sich die beiden bekannten Verlaufsformen bei den auftretenden Symptomen und bei der Behandlung kaum. Zudem besteht die Möglichkeit, dass jede Form in die jeweils andere Ausprägung übergeht. Aus diesem Grund fasst die Medizin die beiden Varianten unter dem Begriff „Hashimoto-Thyreoiditis“ zusammen. Statistisch gesehen tritt die Ord-Thyreoiditis mit einer verkleinerten Schilddrüse deutlich öfter auf.

 

Ursache bei der Autoimmunerkrankung noch unklar

Hinsichtlich der auslösenden Faktoren herrscht in der Medizin bei der Hashimoto-Thyreoiditis noch keine Klarheit. Experten spekulieren über Stress, schwere Viruskrankheiten oder eine genetisch bedingte Veranlagung. Zudem gehen die Mediziner davon aus, dass hohe Jod-Dosen die Erkrankung auslösen.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis greift das Immunsystem fälschlicherweise gesunde Zellen des eigenen Körpers an. Dabei zerstören humorale und zelluläre Immunprozesse das Gewebe der Schilddrüse. Dadurch entsteht eine chronische Thyreoiditis. Der Fachbegriff bezeichnet die Entzündung der Schilddrüse.

 

Symptome durch Über- und Unterfunktion der Schilddrüse verursacht

In einigen Fällen verursacht die Entzündung zunächst eine Überfunktion der Schilddrüse. Das äußert sich in den folgenden Symptomen:

  • Nervosität,
  • Gewichtsabnahme,
  • Zittern,
  • Herzklopfen,
  • Schwitzen,
  • Durchfall,
  • Schlafstörungen,
  • Reizbarkeit,
  • feuchtwarme Haut.

 

 

Hashimoto-Thyreoiditis Symptome

Die Anzeichen für Hashimoto-Thyreoiditis

 

Bei der Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmun-Erkrankung. Die betroffenen Patienten leiden im Zuge der Infektion an Fehlfunktionen der Schilddrüse. Unter Umständen treten Entzündungen verschiedener Organe, beispielsweise der Augen, auf. Bei Hashimoto-Thyreoiditis zerstören fehlgeleitete T-Lymphozyten das Gewebe der Schilddrüse. Daher kommt es bei den Betroffenen zuerst zu einer Schilddrüsen-Überfunktion. Die wichtigsten Anzeichen der Autoimmun-Krankheit sind Gewichtsverlust und verstärktes Schwitzen.

 

Die Symptome hängen vom Krankheitsverlauf ab

Bei der Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis hängen die Merkmale von dem Verlauf der Infektion ab. In der Anfangsphase, der Hashitoxikose, bemerken die Patienten ausschließlich eine milde Form der Schilddrüsen-Überfunktion. Hierbei treten Symptome wie starke Reizbarkeit, ein nervöses Verhalten und Rastlosigkeit auf. In dieser Phase der Hashimoto-Thyreoiditis leiden die Betroffenen des Weiteren an einer erhöhten Körper-Temperatur, die zu einer verstärkten Transpiration führt.

Schlafstörungen und Zittern zählen ebenfalls zu den auftretenden Merkmalen bei der Autoimmun-Krankheit. Der Blutdruck der Erkrankten steigt an, sodass Herzrasen eine Folge darstellt. Suchen die Leidenden keinen Arzt auf, besteht das Risiko, Herzrhythmus-Störungen zu bekommen. Während die Regulierung der milden Symptome der Schilddrüsen-Überfunktion durch Tabletten erfolgt, drohen im späteren Stadium der Hashimoto-Thyreoiditis ernste Folgen.

Speziell Frauen bemerken in Zusammenhang mit der Autoimmun-Infektion einen gestörten Menstruations-Zyklus. Das bedeutet, dass die Regelblutung unregelmäßig oder verspätet auftritt. In einigen Fällen bleibt sie komplett aus. Heißhunger und Durst stellen deutliche Anzeichen für die erste Phase der Hashimoto-Thyreoiditis dar. Trotz des guten Appetits der Patienten bemerken diese rasch einen deutlichen Gewichtsverlust.

 

Der Krankheit folgt eine Schilddrüsen-Unterfunktion

Da die T-Lymphozyten das Gewebe der Schilddrüse zerstören, folgt bei ausbleibender Behandlung eine Schilddrüsen-Unterfunktion. Nun kehren sich zahlreiche Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis in das Gegenteil um. Die Patienten leiden unter einer niedrigen Körper-Temperatur und reagieren empfindlich gegenüber Kälte. Weitere Anzeichen zeigen sich in Form von:

  • häufigem Hüsteln und Räuspern,
  • auftretenden Ödemen (durch Wasser-Einlagerungen bedingte Schwellungen),
  • einem phasenweise auftretenden Strangulations-Gefühl,
  • einer belegten Stimme,
  • trockene Haut und Juckreiz
  • sowie anhaltender Müdigkeit.

 

In diesem Stadium der Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis fühlen sich die Betroffenen antriebslos. Dieses Gefühl führt zu depressiven Verstimmungen. Weiterhin kommt es bei der Autoimmun-Krankheit zu einer Schwäche der Muskeln und Verhärtungen des Muskelgewebes. Dabei leiden die Erkrankten unter Muskelkrämpfen. Unverkennbare Symptome sind brüchige Haare und Nägel, Haarausfall und eine unkontrollierbare Zunahme des Körpergewichts.

Eine gestörte Verdauung sowie eine Herzvergrößerung weisen zudem auf diese Phase der Hashimoto-Thyreoiditis hin. Bei Jugendlichen äußert sich die Erkrankung zusätzlich in auftretenden Wachstums-Störungen. Konzentrations-Störungen und schmerzende Gelenke machen sich hierbei bemerkbar. Zudem leiden Frauen bei dieser Krankheit unter einer verringerten Libido.

 

Einige Symptome von Hashimoto-Thyreoiditis ruft das gestörte Immunsystem hervor

Den Anzeichen für eine Über- und spätere Unterfunktion der Schilddrüse bei der Hashimoto-Thyreoiditis folgen Merkmale, die das gestörte Immunsystem bedingt. Diese Symptome zeigen sich ausschließlich, wenn der Patient keine Schilddrüsen-Medikamente einnimmt. Zu den deutlichen Anzeichen für die Autoimmun-Krankheit gehören:

  • verschiedene Hautveränderungen,
  • trockene Schleimhäute,
  • Schwindel,
  • neurologische Störungen,
  • eine geringe Belastbarkeit
  • und grippeähnliche Symptome.

 

Deutliche Anzeichen der Hashimoto-Thyreoiditis stellen Fieber und erhöhte Leberwerte dar. Auf den Unterarmen der Betroffenen befinden sich weiße Flecken, welche die Größe von Stecknadelköpfen besitzen. Weiterhin stehen die geschwollenen Lymphknoten im Mittelpunkt. Treten diese Symptome auf, leiden die Erkrankten bereits an einer fortgeschrittenen Form von Hashimoto-Thyreoiditis. Hierbei wirkt sich die Infektion auch auf andere Organsysteme aus.

Das relevanteste Anzeichen der Krankheit besteht in den trockenen Schleimhäuten. Diese verlieren im Bereich der Nase, des Mundes und der Augen an Feuchtigkeit. Durch dieses Sicca-Syndrom kommt es zu einem Juckreiz in diesen Hautarealen. Die verhärteten Muskeln bei der Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis führen zu einem druckempfindlichen Muskelgewebe. Hierbei stellen Nacken- und Rückenschmerzen die unverkennbaren Anzeichen dar.

 

Seltene Symptome betreffen das Gehirn

Neben den charakteristischen Anzeichen für die Autoimmun-Krankheit existieren selten auftretende Merkmale. Diese führen zu einer Beteiligung des Gehirns und des Nervensystems. Die Betroffenen leiden unter epileptischen Anfällen und Halluzinationen. Kommt es zu psychiatrischen Störungen dieser Art, suchen die Patienten zwingend einen Arzt auf. Der Mediziner bemerkt bei der Untersuchung einen erhöhten TPO-Antikörper-Spiegel, bei dem es sich um ein selten auftretendes Symptom der Krankheit handelt.

 

Die Merkmale für Hashimoto-Thyreoiditis zusammengefasst

Bei der Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis treten zunächst uncharakteristische Anzeichen auf. In dem ersten Stadium der Erkrankung zeigen sich Symptome für eine Überfunktion der Schilddrüse. Der Verlust von Gewicht stellt das deutlichste Merkmal dar. Später folgen Symptome für eine Schilddrüsen-Unterfunktion. Gewichtszunahme, Muskelschmerzen und Müdigkeit gehören zu den typischen Merkmalen. In seltenen Fällen beeinträchtigt die Autoimmun-Krankheit die Leistung des Gehirns.

 

weiterführend:

https://www.hashimotothyreoiditis.de/index.php/symptome/immunerkrankung

Langfristigen Verlauf und chronische Entzündung führt zur Unterfunktion der Schilddrüse

Im langfristigen Verlauf stellt sich bei den Patienten aufgrund der chronischen Entzündung eine Unterfunktion der Schilddrüse ein. Letztere führt zu anderen Beschwerden. Hierzu zählen eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kälte sowie eine erniedrigte Körpertemperatur. Die Betroffenen spüren einen Kloß im Hals und dadurch ein erhöhtes Bedürfnis, sich zu räuspern. Gleichzeitig neigen sie zu einer heiser klingenden Stimme.

Darüber hinaus verursacht die Schilddrüsen-Unterfunktion eine depressive Stimmung, einen Antriebs- und Motivationsverlust, Muskelschwäche, eine trockene Haut, Juckreiz, brüchige Nägel und Haare sowie eine starke Zunahme des Gewichts. Ferner gehören Übelkeit, Störungen in der Verdauung und beim Wachstum, eine Vergrößerung des Herzens, ein langsamerer Herzschlag und Schmerzen im Gelenk zu den Symptomen.

Bei den meisten Patienten geht die Hashimoto-Thyreoiditis mit einem leichten Verlauf einher. Aufgrund der vielseitigen Symptome ohne konkrete Schmerzen bleibt die Krankheit häufig über einen längeren Zeitraum unbemerkt. Trotzdem existieren extrem verlaufende Fälle, welche als sehr selten gelten. Bei einem Extremverlauf drohen epileptische Anfälle, Halluzinationen oder psychiatrische Symptome.

 

Hashimoto-Thyreoiditis Diagnose

 

Diagnostik anhand von Blut-Untersuchungen und Ultraschallbild

Aufgrund der leichten Symptome, die nicht spezifisch ausschließlich bei der Hashimoto-Thyreoiditis auftreten, fällt eine Diagnose schwer. Insbesondere Frauen im Alter von ungefähr 50 Jahren schieben die Symptome wie Antriebslosigkeit oder Müdigkeit auf die Wechseljahre. Besteht beim Arzt der Verdacht auf die chronische Entzündung der Schilddrüse, eignen sich Blut- sowie Ultraschall-Untersuchungen.

Im Rahmen der Blutuntersuchung fällt der Blick auf möglicherweise vorhandene Antikörper gegen Enzyme der Schilddrüse. Der Arzt überprüft, ob eine erhöhte Konzentration der zugehörigen Antikörper vorliegt. Eine zu hohe Konzentration gilt als Indiz für die Hashimoto-Thyreoiditis. Allerdings fehlen bei einigen Patienten die Antikörper. Daher besteht Bedarf an ergänzenden Untersuchungen.

 

Aus diesem Grund hängt die Diagnose zusätzlich vom sogenannten TSH-Wert ab. Bei TSH (ausgeschrieben thyroid-stimulierendes Hormon) handelt es sich um ein Hormon, das die Hormon-Produktion der Schilddrüse anregt. Infolge einer Unterfunktion der Hormondrüse liegt ein erhöhter TSH-Wert vor. Erneut trifft dies nicht auf alle Patienten, die an einer chronischen Entzündung der Schilddrüse leiden, zu.

Zur Unterstützung der Diagnose anhand des Blutbildes fertigt der Arzt ein Ultraschallbild der Schilddrüse an. Das entstehende Sonogramm gibt Aufschluss über die Größe und die Struktur der Hormondrüse. In der Regel sieht die Schilddrüse bei einer Hashimoto-Thyreoiditis auf dem Ultraschallbild angesichts der Zerstörung inhomogen aus.

 

Therapie: Behandlung der Unterfunktion der Schilddrüse

Da die Entzündung bei der Hashimoto-Thyreoiditis als nicht heilbar gilt, richtet sich die im Anschluss an die Diagnose einsetzende Therapie an die Folgen der Krankheit. Produziert die Schilddrüse durch ihre Unterfunktion zu wenig Hormone, verschreibt der Arzt die orale Substitution. Die Patienten nehmen täglich eine Tablette ein, die das benötigte Schilddrüsen-Hormon enthält. Normalerweise besteht die Notwendigkeit, die Substitution lebenslang fortzuführen.

 

Zusammenfassung der wesentlichen Informationen über Hashimoto-Thyreoiditis

Zusammengefasst greift die Auto-Immunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis fälschlicherweise die gesunden Zellen der Schilddrüse an. Der Abbau des Gewerbes äußert sich in einer Schilddrüsen-Entzündung. Das mündet bei einigen Patienten zunächst in eine Überfunktion der Schilddrüse.

Langfristig stellt sich bei der Hashimoto-Thyreoiditis jedoch eine Schilddrüsen-Unterfunktion ein. Die Betroffenen neigen zu Antriebslosigkeit, Müdigkeit und einer depressiven Stimmung. Sie spüren außerdem einen Kloß im Hals und eine Muskelschwäche. Als weitere Symptome gelten brüchige Nägel und Haare, eine heisere Stimme sowie eine gesteigerte Kälte-Empfindlichkeit. Die Therapie zielt auf die Behandlung der Unterfunktion ab, indem der Patient Schilddrüsen-Hormone in Tablettenform einnimmt.

weiterführend:

https://www.hashimotothyreoiditis.de/