Lymphozytenzahl

Das Differenzial-Blutbild als Hilfsmittel zur Ermittlung der Lymphozytenzahl

Die Lymphozytenzahl ermitteln Mediziner anhand eines Differenzial-Blutbildes, das die Leukozyten nach ihren diversen Arten (qualitativ) und quantitativ in absoluten und relativen Zahlen aufschlüsselt.

 

Der relative Wert besteht aus einer Prozentzahl. Er beschreibt, wie hoch der Anteil der Lymphozyten an der Gesamtzahl der Leukozyten ausfällt. Den absoluten Wert messen die Labor-Mediziner in Giga pro Liter (Beispiel: 1.200/μl =1,2 G/l).

Vorsicht bei der Interpretation der Lymphozytenzahl

Universitätsklinikum Frankfurt – Lymphozyten Darstellung

Weicht die gemessene Lymphozytenzahl vom Normalwert ab, interpretiert ein Laie schnell eine Krankheit in das Ergebnis hinein. Patienten beachten daher, dass die Werte von der Untersuchungs-Methode abhängen und leichte Abweichungen auch bei Gesunden vorkommen.

Die Art der Ermittlung ist in vielen Laboren unterschiedlich und ergeben dementsprechend diverse Zahlen. Daher besteht die Möglichkeit, dass nachfolgende Lymphozytenzahlen von denen des Labors des jeweiligen Patienten abweichen.

Die normalen Lymphozytenwerte bei Erwachsenen und Kindern

Bei der Ermittlung der Lymphozytenzahl im Rahmen eines Differenzial-Blutbildes gelten folgende Normalwerte (Referenzwerte):

  • Erwachsene: 1.200 bis 3.500/μl (anderer Referenzwert: 1.000 bis 4.800/μl)
  • Kinder unter 2 Jahren: 3.000 bis 9.500/μl
  • Kinder von 6 Jahren: untere Normgrenze = 1.500/μl

Liegt die Lymphozytenzahl einer erwachsenen Person über 4.000/μl, sprechen Mediziner von einer absoluten Lymphozytose. Bei Kindern und Säuglingen zeigen sich sehr viel höhere Werte noch als physiologisch.

Das periphere Blut eines Menschen enthält B- und T-Zellen. Der Anteil der B-Zellen bei den Lymphozyten beträgt 25 Prozent, der der T-Zellen 75 Prozent. Der Gesamtanteil der Lymphozyten an den Leukozyten liegt bei 15 bis 40 Prozent. Diese Zahlen erklären, warum es möglich ist, dass eine Lymphozytopenie (Mangel an Lymphozyten) möglicherweise unentdeckt bleibt, sofern der Arzt kein Differenzial-Blutbild anfordert. Beträgt der Anteil der Lymphozyten an den Leukozyten mehr als 50 Prozent, liegt eine relative Lymphozytose vor.

 

Weitere die Lymphozyten betreffende Werte des Differenzial-Blutbildes

Die Zahl der CD4+-Zellen im Blut eines Erwachsenen beträgt im Durchschnitt 1.100/μl. Der Normwert liegt zwischen 300 und 1.300/μl. Der Durchschnittswert der CD8+-(Supressor-)T-Zellen ist 600/μl bei einem Referenzwert von 100 bis 900/μl. Ihm Rahmen einer Lymphozytopenie zeigt sich eine absolute Verringerung der T-Zellen, insbesondere der CD4+-T-Zellen.

 

Die Lymphozytenzahlen kurz gefasst

Die Lymphozytenzahlen ermitteln Mediziner mit der Hilfe eines Differenzial-Blutbildes, welches die Werte der Leukozyten-Bestandteile aufschlüsselt. Die Normwerte weichen unter den Laboratorien aufgrund unterschiedlicher Messmethoden ab. Liegt die Zahl der Lymphozyten bei einer erwachsenen Person unter 1.000/μl sprechen Ärzte von einer Lymphozytopenie, bei Werten über 4.000/μl von einer absoluten Lymphozytose.

 

Weiterführend:

http://www.msd-manual.de/msdmanual/htbin/msdmanual.pl?m=11-3-0

Bildlizenz:  Universität Frankfurt – http://www.kgu.de/zmorph/histopatho/histo4/pub/data/bg/de/001_e.html