Lymphozyten in der Darmschleimhaut

Die Lymphozyten im Darm und ihre Funktion im Darmassoziierten Immunsystem

Die Lymphozyten in der Darmschleimhaut nehmen beim menschlichen Immunsystem eine wichtige Bedeutung ein. Die dem Darm eigene Immunabwehr nimmt ein Viertel der gesamten Darmschleimhaut in Anspruch. Bei diesen 25 Prozent handelt es sich um das darmassoziierte Immunsystem. Die gängige Abkürzung GALT stammt vom englischen Begriff „gut associated lymphoid tissue“.

Durch dieses System reagiert der Organismus bereits im Bereich des Darms auf diverse Krankheitserreger. Dieses direkte und gezielte Vorgehen sorgt für eine schnelle Heilung.

 Darmschleimhaut

Darmflora der Darmschleimhaut © Alex – Fotolia.com

Warum befinden sich Lymphozyten in Darm?

Die Lymphozyten in der Darmschleimhaut erhalten eine besondere Priorität. Bei diesen Zellen handelt es sich um eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, den Leukozyten. Die Lymphozyten kümmern sich um die Identifizierung von Erregern. Dazu gehören beispielsweise:

  • Bakterien,
  • Viren,
  • Fremdkörper,
  • Parasiten
  • und Pilze.

Vorwiegend Parasiten und Pilze gelangen über die Nahrung in den Darm. Hier breiten sich Würmer aus und sorgen im Ernstfall für gefährliche Komplikationen. Die Lymphozyten in der Darmschleimhaut erkennen die Fremdstoffe schnell und effektiv. Zusammen mit den Granulozyten, den Fresszellen, sorgen sie für die Vernichtung der Erreger.

Zu dem darmassoziierten Immunsystem gehören beispielsweise die Lymphknoten. Diese sitzen in der Darmschleimhaut und beinhalten zahlreiche Lymphozyten. Innerhalb der Lymphknoten erhalten die Zellen ihre eigentliche Aufgabe. Hier erfolgt die Prägung dieser weißen Blutkörperchen. Gelangen die Lymphozyten in die Darmschleimhaut, vernichten sie die Erreger effizient. Auf diese Weise lagern sich beispielsweise Darmbakterien nicht in der Schleimhaut an.

Kommt es zu einer Schwächung des darmassoziierten Immunsystems, sinkt die Zahl der Lymphozyten in diesem Bereich. Fremdstoffe gelangen einfacher in den Darm und lagern sich an der Schleimhaut an. In dessen Folge entzündet sich beispielsweise die Darmschleimhaut. Ohne eine zeitnahe Behandlung artet die akute Infektion unter Umständen zu einer chronischen Krankheit aus.

 

Auch freie Lymphozyten befinden sich im Darm

Neben den Zellen aus den Lymphknoten existieren freie Lymphozyten in der Darmschleimhaut. Diese bewegen sich zwischen den verschiedenen Zellen. Finden sie einen Mikro-Organismus oder einen Fremdstoff, docken sie sich an diesen an. Auf diese Weise dienen sie als Marker für die Fresszellen. Bei kleineren Anti-Genen besteht für diese weißen Blutzellen die Möglichkeit, sie in sich aufzunehmen und zu zersetzen.

Innerhalb der Darmzellen befinden sich 70 Prozent des kompletten Immunsystems des Körpers. Daher erhält eine reibungslose Funktion der Lymphozyten in diesem Bereich eine hohe Priorität. Fehlfunktionen führen unter Umständen zu einer falschen Identifikation der Bakterien. In der Folge greifen die weißen Blutzellen die der normalen Darmflora an. Es entstehen Entzündungen, Reizungen oder Geschwüre.

 

Im Bindegewebe befinden sich Lymphozyten

Da die Immunabwehr innerhalb des Darms eine enorme Rolle spielt, bilden sich zahlreiche Lymphozyten. Dies geschieht in dem Lymphgewebe. Dieses befindet sich neben Blutgefäßen und Nerven in dem Bindegewebe. Eine lockere Schicht desselben existiert unterhalb der Darmschleimhaut. Daher gelangen die besonderen Leukozyten auch über diesen Weg in den Bereich des Darms.

Des Weiteren existiert eine Vielzahl der Lymphknoten in den Darmzotten. Die Lymphozyten in der Darmschleimhaut wandern zu diesen Knoten. Zeigen sich unter den Zellen fehlerhafte Exemplare, vernichten die T-Lymphozyten die entsprechenden weißen Blutzellen. Auf diese Weise reguliert die Immunabwehr ihre reibungslose Funktion. Zu viele T-Lymphozyten führen ebenfalls zu Komplikationen. Als Beispiel greifen sich diese Zellen bei einer Autoimmun-Krankheit gegenseitig an.

 

Fehlfunktionen der Lymphozyten führen zu Darm-Erkrankungen

Neben einer Entzündung der Darmschleimhaut führen fehlerhafte Lymphozyten zu chronischen Erkrankungen. Vorwiegend eine falsche Funktion der T-Lymphozyten sorgt für inflammatorische Infektionen im Bereich des Magens und des Darms. Zu den Krankheiten zählen beispielsweise Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beide Erkrankungen treten chronisch-rezidiv auf. Das bedeutet, dass nach der erfolgreichen Behandlung derselben eine Folge-Infektion droht.

Um die Darmflora und die Lymphozyten in der Darmschleimhaut zu kräftigen, existieren verschiedene Möglichkeiten. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sorgt für ein starkes Immunsystem. Zudem achten die Interessenten darauf, scharfe und fettige Speisen ausschließlich in Maßen zu sich zu nehmen. Eine Übersäuerung des Darms führt zu einer Schädigung der Darmschleimhaut. Dadurch vermindert sich die Bildung der Lymphozyten. Folglich kommt es zu einem erhöhten Krankheitsrisiko.

 

Die Lymphozyten in der Darmschleimhaut zusammengefasst

Innerhalb des Darms befinden sich 70 Prozent der körpereigenen Immunabwehr. Das darmassoziierte Immunsystem nimmt des Weiteren ein Viertel der Darmschleimhaut ein. Zu diesem kurz GALT genannten System gehören verschiedene weiße Blutzellen. Die Lymphozyten in der Darmschleimhaut bewegen sich frei zwischen den Zellen umher. Auf diese Weise spüren sie schnell und effektiv schädliche Erreger auf. Die Bakterien der Darmflora tolerieren sie im Normalfall. Jedoch führt eine zu hohe Konzentration der T-Lymphozyten zu chronischen Krankheiten.

Quellen:

http://www.uni-saarland.de/fileadmin/user_upload/Campus/Forschung/forschungsmagazin/1999/1/Mokusales_Immunsystem.pdf