Lymphozyten in der Schwangerschaft

Niedrige und Erhöhte Werte der Lymphozyten in der Schwangerschaft?

Eine Schwangerschaft stellt nicht ausschließlich eine hormonelle Veränderung dar, auch die Blutwerte der werdenden Mutter unter- oder überschreiten die Norm. Anhand eines Blutbilds erkennen die Ärzte die abweichenden Werte. Neben den roten Blutkörperchen, den Erythrozyten, erhalten die Lymphozyten in der Schwangerschaft eine hohe Priorität.

Die Lymphozyten stellen eine Untergruppe der weißen Blutzellen, auch Leukozyten genannt, dar. Ihr Wert verändert sich, wenn Fremdkörper den Organismus der schwangeren Frau befallen.

Untersuchung bei Schwangerschaft

Untersuchungen während der Schwangerschaft © Halfpoint – Fotolia.com

Lymphozyten unterstützen das Immunsystem

Aufgrund ihrer Hilfe bei der Immunabwehr spielen die Lymphozyten in der Schwangerschaft eine tragende Rolle. Die Aufgabe dieser weißen Blutkörperchen besteht in dem Erkennen von körperfremden Stoffen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Endoparasiten,
  • Pilze,
  • Bakterien,
  • Viren
  • und Antigene.

Die Lymphozyten fungieren im menschlichen Körper als „Polizei“. Sie identifizieren die körperfremden Substanzen und geben die Information an die Granulozyten weiter. Diese stellen die Fresszellen dar. Sie vereinnahmen die Fremdstoffe und zersetzen sie im Inneren der Zelle. Ohne die Lymphozyten besteht die Gefahr, dass die Erreger sich innerhalb des Körpers ausbreiten. Speziell das ungeborene Kind leidet unter einer derartigen Infektion. Daher erhält der Wert der Lymphozyten in der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung.

In vielen Fällen erfolgt die Blutentnahme bei dem Frauenarzt als vorbeugende Maßnahme. In einer Blutuntersuchung erkennt der Mediziner, welche Blutwerte sich erhöht oder erniedrigt zeigen. Der Lymphozyten-Wert hängt in der Regel von dem Gesundheitszustand der Patientin ab. Bereits bei einer leichten Infektion verändert sich die Konzentration dieser weißen Blutzellen im Organismus.

 

Was ist der Lymphozyten-Normwert bei Schwangeren?

Die Lymphozyten machen 17 bis 47 Prozent der weißen Blutkörperchen aus. Ihr normaler Wert liegt zwischen 1.000 und 2.900 Stück pro Mikroliter Blut. Befinden sich die Lymphozyten in der Schwangerschaft in diesem Bereich, besteht für die Patientin kein Grund zur Sorge. Sie leidet nicht an einer Infektion. Oftmals senkt sich die Konzentration dieser weißen Blutzellen in der Gravidität. Die Ursache liegt in dem geschwächten Immunsystem der betreffenden Frau. In der Schwangerschaft gelangen Erreger schneller in den Körper.

Speziell zu Beginn einer Infektion kommt es zu einer Überproduktion der weißen Blutzellen. Auch die Lymphozyten entstehen in großer Zahl innerhalb des Organismus. Diese hohe Konzentration behält der Körper nicht über einen längeren Zeitraum bei. Daher sinkt im Verlauf einer Erkrankung die Lymphozyten-Zahl. Speziell bei schwangeren Frauen unterschreitet der Wert schnell die Normgrenze.

 

Wann erhöht sich der Lymphozyten-Wert in der Schwangerschaft?

Vorrangig zu Beginn einer Infektion steigt die Anzahl der Lymphozyten sprunghaft an. Sie übersteigt den Normwert. Das bedeutet, dass sich in einem Mikroliter Blut mehr als 2.900 der weißen Blutzellen befinden. Auch bei ihnen gibt es eine Unterteilung. Die Zellen gliedern sich in:

  • die B-Lymphozyten,
  • die NK-Lymphozyten
  • und die T-Lymphozyten.

In einem großen Blutbild erkennen die Ärzte, welche Art der Lymphozyten oberhalb des Normwerts liegt. Auf diese Weise gelingt es, eine Krankheit zu diagnostizieren. Die B-Lymphozyten bilden Abwehrstoffe, um Antigene zu erkennen und diese zu markieren. Ebenfalls als Fresszellen bezeichnen die Experten die NK-Zellen, die auch Fremdkörper in sich aufnehmen und zersetzen. Steigt ihre Zahl im Blut an, liegt in der Regel eine bakterielle oder virale Infektion vor.

Die Lymphozyten in der Schwangerschaft zeigen in jeder Form Relevanz. Jedoch spielen die T-Lymphozyten eine spezielle Rolle. Die Zellen bekämpfen Antigene. Gleichzeitig erhalten sie eine Entzündung im Körper aufrecht. Somit fungieren sie innerhalb des Organismus als Entzündungsmarker. Sie weisen beispielsweise auf Autoimmun-Erkrankungen hin.

Wann sinkt die Konzentration der Lymphozyten?

Vorwiegend in der Schwangerschaft leidet der Organismus unter einem verstärkten Erregerbefall. Die Immunabwehr zeigt sich aufgrund der hormonellen Veränderung geschwächt. Daher dringen Fremdstoffe einfacher in den Körper der Patientin ein. Viele Erreger bekämpft das Immunsystem. In einigen Fällen treten bei der betroffenen Frau keine Symptome einer Krankheit auf. Ausschließlich die verminderten Lymphozyten in der Schwangerschaft weisen auf diesen Umstand hin.

Bei einer Vielzahl der schwangeren Frauen liegt der Lymphozyten-Wert knapp unterhalb der Normgrenze. In einem Mikroliter Blut befinden sich beispielsweise 8.000 bis 9.000 der weißen Blutkörperchen. Diese Werte zeigen eine leichte Infektion im Körper an. Jedoch besteht für die Patientinnen kein Grund zur Sorge. Sinkt der Lymphozyten-Wert tiefer, nimmt der Frauenarzt eine weitere Blut-Untersuchung vor. Auch hier klärt der Mediziner ab, welche Gattung der Lymphozyten in geringer Zahl vorkommt.

Daraus zieht er Schlüsse über die vorliegende Erkrankung. Speziell lang andauernde Erkältungen und grippale Infekte führen zu einer verminderten Konzentration der Lymphozyten. Der Körper produziert zu Beginn der Krankheit eine Vielzahl dieser weißen Blutzellen. Im Verlauf der Erkrankung sinkt die Produktion. Hierbei spielt das geschwächte Immunsystem eine bedeutende Rolle.

 

Stress beeinflusst die Lymphozyten-Werte

Bei dem Wert der Lymphozyten in der Schwangerschaft steht der allgemeine Gesundheits-Zustand der Betroffenen im Vordergrund. Ein gesenkter Wert dieser weißen Blutkörperchen weist nicht zwingend auf eine Infektion im Körper hin. Stress sorgt ebenfalls für eine Schwächung der Immunabwehr.

Speziell schwangere Frauen unterliegen einem hohen psychischen Druck. Die Havard Medical School in Boston veröffentlichte eine Studie zum Thema „Stress in der Schwangerschaft“ (http://www.reuters.com/article/us-stress-babies-allergy-idUSN1652878520080518). In dieser definieren 387 Frauen den Stress vor und während einer Schwangerschaft.

Gefühls-Schwankungen zählen zu den charakteristischen Merkmalen einer Gravidität. Diese resultieren an den sich verändernden Hormonen der werdenden Mutter. Der psychische Stress wirkt sich auf das Immunsystem aus. Dadurch kommt es zu einer veränderten Konzentration der Lymphozyten. Um eine Fehldiagnose auszuschließen, suchen die schwangeren Frauen ihren Arzt mehrmals auf. In vielen Fällen bieten die Mediziner die Untersuchungen monatlich, bei Bedarf wöchentlich an. Eine wiederholte Blutabnahme sorgt für die Kontrolle der Blutwerte. Auf diese Weise erkennt der Gynäkologe, ob sich die Lymphozyten-Werte selbstständig regulieren.

Kommt es zu einer drastischen Überschreitung oder Unterschreitung des Normwerts, folgen weitere Untersuchungen. Sie helfen dem Arzt, eine Krankheit zu erkennen und diese zu behandeln. Um die Immunabwehr nicht zusätzlich zu schwächen, verzichten die Patientinnen während der Gravidität zwingend auf Alkohol und andere Rauschmittel. Diese beeinflussen unter Umständen die Anzahl der Lymphozyten in der Schwangerschaft.

Lymphozyten-Werte in der Schwangerschaft für Sie zusammengefasst

Die Lymphozyten in der Schwangerschaft erhalten eine hohe Priorität. Als Untergruppe der weißen Blutkörperchen identifizieren sie Fremdkörper und Erreger. Zusätzlich nehmen die NK-Lymphozyten die körperfremden Substanzen in sich auf und zersetzen sie. Anhand eines großen Blutbilds erkennen die Ärzte, welche Art der Lymphozyten in der Schwangerschaft erhöht oder erniedrigt ist. Liegt die Zahl der Zellen knapp unterhalb des Normwerts, besteht in der Regel keine Gefahr für Mutter und Kind. Das Immunsystem zeigt sich während der Schwangerschaft belastet. Die Abwehrschwäche bewirkt einen erniedrigten Lymphozyten-Wert.

 

weiterführend:

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/stress-in-der-schwangerschaft-ia.html

http://www.lymphozyten-info.de/lymphozyten-zu-niedrig