Lymphozyten bei Rheuma niedrig?

Wie zeigt sich der Lymphozytenwert bei Rheuma?

Rheuma gehört zu den Autoimmun-Erkrankungen. Das bedeutet, dass das Immunsystem körpereigene Zellen angreift. Speziell zeigen sich die Lymphozyten bei Rheuma niedrig. Ihre Konzentration senkt sich mit dem Fortschreiten der Krankheit, bis der Wert unterhalb des Normwertes liegt. Dabei spielen speziell die T-Lymphozyten eine wichtige Rolle.

Ihre Aufgabe besteht darin, Fremdstoffe innerhalb des Körpers zu erkennen. Bei der Autoimmun-Krankheit Rheuma funktioniert die Differenzierung zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen nicht.

Lymphozyten Rheuma

Lymphozyten niedrig Rheuma © カシス – Fotolia.com

Warum senkt sich der Lymphozytenwert bei Rheuma?

Das Blutbild bei einem an Rheuma erkrankten Menschen zeigt eine niedrige Konzentration der Lymphozyten. Bei diesen Zellen handelt es sich um eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen. In der Fachsprache nennen diese sich Leukozyten. Die Lymphozyten kümmern sich im Körper um das Erkennen von Fremdstoffen. Beispielsweise identifizieren sie:

  • Bakterien,
  • Viren,
  • mutierte Zellen,
  • Pilze,
  • Parasiten
  • und andere Antigene.

Die Lymphozyten, vorrangig die T-Lymphozyten, unterscheiden zwischen körpereigenen und körperfremden Zellen. In der Thymusdrüse, ihrem Ursprungsort, erlernen die T-Lymphozyten ihre Aufgabe. Zellen, die körpereigene und körperfremde Elemente nicht zu unterscheiden vermögen, zeigen sich dabei als Risikofaktoren. Die als Fresszellen bezeichneten Granulozyten kümmern sich um die Entfernung dieser funktionsuntüchtigen T-Lymphozyten.

Bereits zu Beginn einer Autoimmun-Erkrankung kommt es häufig zu Fehlinformationen der T-Lymphozyten. Vereinzelte Zellen identifizieren körpereigene Elemente als Fremdstoffe. Auch bei Rheuma handelt es sich um eine Autoimmun-Erkrankung. Mehr und mehr Lymphozyten erkennen das eigene Gewebe als Erreger an. Daher vernichten die Fresszellen eine Vielzahl der Lymphozyten.

 

Die Lymphozyten unterhalb des Normbereichs

Aus diesem Grund zeigen sich die Lymphozyten bei Rheuma niedrig. Ihr Wert sinkt im Verlauf der Krankheit bis unter den Normbereich. Dieser liegt bei der Untergruppe der weißen Blutzellen bei 1.000 bis 2.900 Zellen pro Mikroliter Blut. Sinkt die Lymphozyten-Konzentration auf unter 1.000 Stück pro Mikroliter Blut, handelt es sich um eine Lymphopenie. Bei der Krankheit Rheuma senkt sich dieser Wert nicht innerhalb kurzer Zeit.

Stattdessen weisen erst mehrere Blut-Untersuchungen auf eine Verminderung der Lymphozyten hin. Unterhalb des Normwerts zeigen sich die niedrigen Lymphozyten bei Rheuma nach mehreren Jahren. Bemerken die Ärzte den gravierenden Mangel der Zellen, verschreiben sie entsprechende Medikamente.

Die niedrige Konzentration der Lymphozyten erhöht das Risiko von Folgekrankheiten. Beispielsweise gelangen weitere Fremdstoffe unerkannt in den Organismus und sorgen für Infektionen. Um das zu verhindern, unterstützen die Medikamente die Produktion der weißen Blutzellen. Zwar zeigen sich die Lymphozyten bei Rheuma dann niedrig, sie bleiben jedoch im unteren Normbereich.

 

Die sinkende Produktion der Lymphozyten bei Rheuma

Einen weiteren Grund für die niedrigen Lymphozyten bei Rheuma stellt deren verringerte Produktion dar. Bei der rheumatoiden Arthritis richten sich die T-Lymphozyten gegen die Gelenke. Das bedeutet, dass die Zellen dieses Gewebe irrtümlich als Fremdstoff ansehen. Die Granulozyten sorgen für die Bekämpfung der vermeintlichen Erreger.

Innerhalb des Körpers gibt es zahlreiche Gelenke. Der Organismus produziert daher eine Vielzahl von Lymphozyten, um die vermeintlichen Fremdkörper zu erkennen. Die vermehrte Bildung dieser weißen Blutzellen hält der Körper ausschließlich einen kurzen Zeitraum aufrecht. Danach gerät die Produktion ins Stocken. Es kommt zu einer Verminderung der Lymphozyten. Auch in diesem Fall leiden die Betroffenen unter einem Mangel der relevanten weißen Blutkörperchen.

 

Wie erhöhen Patienten den Lymphozytenwert?

Der niedrige Wert der Lymphozyten birgt nicht ausschließlich bei Autoimmun-Erkrankungen ein hohes Risiko. Beispielsweise gelangen weitere Erreger in den Organismus und lösen Folge-Erkrankungen aus. Daher empfehlen Mediziner auch bei Rheuma die Lymphozytenzahl zu erhöhen. Dies gelingt den Patienten durch die Ernährung. Vorwiegend fetthaltige Nahrung stört die Funktion der Lymphozyten. Sie verdickt die Zellen, sodass sie weniger effektiv arbeiten.

Nach dem Genuss von fetthaltigen Speisen leiden viele Betroffene an einem Rheuma-Schub. Hierbei erhöht sich die Zahl der Lymphozyten, die das Gelenkgewebe als Fremdstoff einstufen. Daher gilt es für Rheuma-Patienten, fettige Speisen zu vermeiden. Ebenso stellen fetthaltige Milchprodukte ein Risiko dar. Um die Produktion der Lymphozyten zu steigern, eignet sich beispielsweise grüner Tee.

Der Lymphozytenwert bei Rheuma zusammengefasst

Rheuma zeigt sich als eine typische Autoimmun-Erkrankung. Bei dieser identifizieren die T-Lymphozyten die Gelenke als körperfremde Stoffe. Zu Beginn der Krankheit sinkt die Zahl der weißen Blutzellen. Dafür sorgen die Granulozyten, die fehlerhaft funktionierende Lymphozyten vernichten. Schreitet die Erkrankung voran, erkennen mehr und mehr Lymphozyten körpereigene Zellen als Erreger an. Ihre Anzahl steigt sprunghaft an, bis der Organismus die stetige Produktion nicht länger bewältigt. Es kommt zur Lymphopenie.

 

weiterführend:

https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Merkblaetter/3.14_Immunsystem.pdf